Nr. 6

Erneut haben wir uns in Leipzig eingefunden um die Nase von Jule checken zu lassen und, falls möglich, dem Tumor erneut zu Leibe zu rücken. Und dies ist auch gelungen.

Nachdem wir am Sonntag zu zweit – Jule und ich – den Weg nach Leipzig zurück gelegt hatten, checkten wir mal wieder im Hotel Michaelis ein. Dieses Mal hatten wir eines der Appartements mit Kitchenette gebucht. Nach einem ausgiebigen Spaziergang im Clara-Zetkin-Park nahmen wir unser Abendessen im modern eingerichteten Ambiente des Einraum-Appartements ein. Nach einer unruhigen Nacht – Jule hatte einige Hechelattacken direkt neben dem Bett – machten wir uns morgens zu Fuß auf in die Klinik. Dort kam Jule als erste an die Reihe und wir wurden von Tierärztin Mock aufs Herzlichste begrüßt.

Nach kurzer Besprechung der Vorgehensweise – wie die 4 mal vorher – verabschiedete ich mich von meinem Hund, unwissend, ob wir uns wieder sehen werden, denn die Prognosen waren ja nicht so doll. 4 Monate nach der letzten OP erwartete ich eigentlich ein enormes Wachstum des Tumors und unter Umständen sogar Metastasen.

Doch nichts dergleichen passiert. Die OP verlief problemlos, lediglich die Platzierung des Tumors war an einer schwer zugänglichen Stelle. Trotzdem wurde er wie die Male zuvor so weit es ging entfernt. Metastasen: Keine! Weitere Auffälligkeiten: Keine! Herz-Kreislauf-Probleme während der OP: Keine!

So konnte ich meine „Maus“ am nächsten Tag wie immer mitnehmen und nach einer problemlosen Fahrt zuhause abliefern. Nun setzen wir langsam das Kortison wieder ab, dass sie bis kurz vor der OP bekommen hatte. Falls es erneut zu Verschleimungen mit Behinderung der Atmung kommen sollte, dann sollen wir ACC in Pulverform verabreichen (im Essen) und inhalieren.

Ich sehe mich schon mit meinem Hund unter einem Handtuch und Kochsalzlösung einatmen. Wird bestimmt lustig. Und wenn es soweit kommt, dann garantiere ich ein Foto! (Nachtrag: leider hat das mit dem Foto doch nicht geklappt. Sorry!)

Ein Anruf mit Folgen?

Nachdem ich es am Sonntag nicht mehr ausgehalten habe, habe ich eine Email nach Leipzig geschrieben. Beim Spaziergang in winterkalter Luft bei strahlendem Sonnenschein, da hat man oft die besten oder verrücktesten Ideen. Als sich Jule im Raureif wälzt und sich ihres Lebens freut, geht mir der Gedanke nicht mehr aus dem Kopf: ich muss Prof. Oechtering schreiben und um einen neuen OP-Termin bitten.

Wenn ich nicht weiß, wie es im Kopf meines Hundes aussieht, wie soll ich da im Zweifel Entscheidungen über Leben oder Tod treffen. Aber wenn ich wissen will, wie es darin aussieht, so muss Jule unweigerlich in Narkose gelegt und ein CT gemacht werden. Und wenn sie in Narkose ist und das CT vorliegt, dann sollte sie, sofern möglich, auch die Chance haben operiert zu werden um die Nasengänge wieder freizulegen. Alles logisch, oder? Folglich muss ich nach Leipzig!

Gesagt, getan. Zuhause schrieb ich umgehend eine E-Mail und heute kam der Anruf aus Leipzig. Eine nette Ärztin, Dr. Rösch, teilte mir mit das der Professor erst morgen wieder im Hause sei, sie sich aber dann umgehend mit ihm beraten wolle. Sie werde sich morgen wieder melden. Dabei stellte sich mir gleich einen zeitnahen Termin in Aussicht.

Wir haben den Kampf wieder aufgenommen.

Im neuen Jahr angekommen…

Jule ist im neuen Jahr angekommen. Trotz Böllerei und Riesenangst hat sie die Silvesternacht eigentlich gut überstanden. Vielleicht waren es die Rescue-Tropfen, die ich ihr schon 2 Tage vorher ins Futter mischte oder einfach ihr schlechter werdender Allgemeinzustand. Letztendlich ist es nun egal, denn es war definiv ihr letztes Silvester, denn ihr Zustand verschlechtert sich stetig und wir sind mittlerweile bei täglich 6 Tabletten Kortison angelangt.

Prednisolon ist hier das Mittel unserer Wahl aber wir wissen nicht, wie lange wir den Tumor dadurch noch ruhig stellen können. An Substanz verliert er dadurch nicht, sondern nur die Entzüdung wird eingedämmt und somit die Gesamtgröße eingeschränkt. Bei jedem Atemzug im Schlaf merkt man aber schon, wie schwer sie Luft bekommt. Trotzdem liegt sie tagsüber ganz ruhig da. Nur abends wird sie oft unruhig und sucht die Nähe. Dann schleicht sie sich auch schonmal ins Schlafzimmer um bei uns zu schlafen.

Bedenken macht mir aktuell auch ihre Verdauung. Vielleicht bekommt sie durch das Kortison Versopfung. Auf jeden Fall ist sie seit 2 Tagen ohne Stuhlgang. Ich werde das nun weiter beobachten und wenn bis morgen nichts passiert ist, dann werde ich wohl die Tierärztin anrufen. On verra!

Die letzte Weihnacht?

Guten Morgen. Unsere letzte gemeinsame Weihnacht rückt näher. Jule geht es nach wie vor gut, obwohl die letzte OP bereits fast 3 Monate her ist. Aber das war beim letzten mal genauso. Der vierte Monat war der kritische. Nichts desto trotz hoffen wir, dass der Tumor nicht so schnell weiter wächst und uns noch etwas Zeit lässt…

Damit wir etwas Zeit gewinnen, bekommt Jule Kortison; 4 Tabletten jeden Morgen. Das soll verhindern, dass das Tumorgewebe sich entzündet und dadurch noch weiter anschwillt. Das würde die Nasenatmung negativ beeinträchtigen. Wie lange es noch funktioniert wissen wir nicht, aber unsere Tierärztin meint, alles was wir jetzt noch zusätzlich machen kann immer mehr nutzen als schaden. Das sehe ich genauso.

Auf jeden Fall bekommt Jule auch weiterhin ihre Mistelspritzen. Wir haben die Dosis erhöht und sind von zweimal die Woche jetzt auf dreimal die Woche hochgegangen. Passt ja irgendwie zu Weihnachten, das mit den Misteln.

Danke an dieser Stelle an Jonas und Christine, die diese Spritzerei immer für mich übernehmen. Ihr seid die Besten!

Die nächste Reise naht

Nachdem ich jetzt lange nichts mehr von mir habe hören lassen, hier die aktuellsten Infos zu Jule und ihrem Krankheitsverlauf. Seit unserem letzten Eintrag sind fast 4 Monate vergangen und am nächsten Sonntag steht die nächste Reise nach Leipzig an.

Leider muss ich feststellen, dass Jule seit geraumer Zeit wieder vermehrt niest und auch merkwürdige Atemgeräusche ausstösst. Es klingt wie eine Verschleimung, wird wohl aber vom nachgewachsenen Tumor herrühren. Nasenausfluss ist ‚Gott sei dank!‘ keiner festzustellen – noch nicht. Also darf man gespannt sein, was die nächsten Untersuchungen ergeben werden.

Back from Leipzig

Gestern sind wir aus Leipzig zurückgekommen. Leider haben sich meine Erwartungen nicht erfüllt und Jule musste erneut operiert werden. Der Tumor war nachgewachsen und konnte ‚Gott sei Dank‘ wieder größtenteils entfernt werden. Die gute Nachricht: der durch den Tumor lädierte Knochen zeigt weiterhin keinerlei Veränderungen und das zumindest stimmt uns sehr positiv.

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Ein Jahr sind 7 Hundejahre!

Heute geht es wieder nach Leipzig und es ist jetzt ganz genau ein Jahr her – und somit 7 Hundejahre -, dass wir zum ersten Mal beim Tierarzt waren wegen Jules vermeintlichem Schnupfen. Wir sind soooo glücklich, dass Jule es bis hierher geschafft hat und hoffen, dass auch die morgige Untersuchung ohne größere Probleme oder OPs über die Bühne geht. „Ein Jahr sind 7 Hundejahre!“ weiterlesen

Fußbad mit Sommerhaarschnitt

Der Sommer hält zumindest temperaturmäßig Einzug und Jule hat passend dazu letzte Woche ihren Sommerhaarschnitt verpasst bekommen. Jetzt fühlt sie sich an wie ein Lamm und bei über 25 Grad auch wohler als vorher.

Und wenn es gar zu heiß wird, dann geht der sonst so wasserscheue Hund auch mal für ein Fußbad in die Pfrimm.

Wie geht es weiter mit den therapeutischen Maßnahmen

Wie ich eingangs des Blogs schon berichtet hatte, bekam Jule zu Beginn ihrer Krankheit drei unterstützende therapeutische Maßnahmen: Misteltherapie, Life Support und Metacam. Alle drei haben wir beibehalten, aber zwischenzeitlich reduziert – bis auf das Metacam. Das bekommt sie immer noch morgens ins „Frühstück“.

Laut Tierärztin sollte sie 3 mal in der Woche eine Mistelspritze bekommen, aber das haben wir aus Kostengründen (7 Ampullen kosten ca. 50 Euro) leider auf eine in der Woche reduzieren müssen. Auch das Metacam ist mit knapp 50 Euro pro 100 ml nicht gerade billig, aber das braucht sie wegen des Entzündungshemmers und des Cox-Hemmers dringender. Bezüglich des Life Support sind wir nun einmal auf eine deutlich billigere Flüssigvariante mit anderen Inhaltsstoffen umgestiegen. Dies gestaltet sich allerdings als äußert schwierig. Zwar haben wir das Präparat für ein Drittel des Preises der Tabletten bekommen, aber Jule mag den Geschmack nicht und so bleibt es immer im Napf. Also müssen wir wieder Tabletten kaufen, die mit über 70 Euro (Monatsration) dann auch wieder den Etat belasten. Da die Wirksamkeit bei Mistel und Life Support nicht erwiesen ist, werden wir das nun ganz genau beobachten. Umso besser, dass der nächste Arzttermin nun vorverlegt wurde.