Ein Anruf mit Folgen?

Nachdem ich es am Sonntag nicht mehr ausgehalten habe, habe ich eine Email nach Leipzig geschrieben. Beim Spaziergang in winterkalter Luft bei strahlendem Sonnenschein, da hat man oft die besten oder verrücktesten Ideen. Als sich Jule im Raureif wälzt und sich ihres Lebens freut, geht mir der Gedanke nicht mehr aus dem Kopf: ich muss Prof. Oechtering schreiben und um einen neuen OP-Termin bitten.

Wenn ich nicht weiß, wie es im Kopf meines Hundes aussieht, wie soll ich da im Zweifel Entscheidungen über Leben oder Tod treffen. Aber wenn ich wissen will, wie es darin aussieht, so muss Jule unweigerlich in Narkose gelegt und ein CT gemacht werden. Und wenn sie in Narkose ist und das CT vorliegt, dann sollte sie, sofern möglich, auch die Chance haben operiert zu werden um die Nasengänge wieder freizulegen. Alles logisch, oder? Folglich muss ich nach Leipzig!

Gesagt, getan. Zuhause schrieb ich umgehend eine E-Mail und heute kam der Anruf aus Leipzig. Eine nette Ärztin, Dr. Rösch, teilte mir mit das der Professor erst morgen wieder im Hause sei, sie sich aber dann umgehend mit ihm beraten wolle. Sie werde sich morgen wieder melden. Dabei stellte sich mir gleich einen zeitnahen Termin in Aussicht.

Wir haben den Kampf wieder aufgenommen.

Im neuen Jahr angekommen…

Jule ist im neuen Jahr angekommen. Trotz Böllerei und Riesenangst hat sie die Silvesternacht eigentlich gut überstanden. Vielleicht waren es die Rescue-Tropfen, die ich ihr schon 2 Tage vorher ins Futter mischte oder einfach ihr schlechter werdender Allgemeinzustand. Letztendlich ist es nun egal, denn es war definiv ihr letztes Silvester, denn ihr Zustand verschlechtert sich stetig und wir sind mittlerweile bei täglich 6 Tabletten Kortison angelangt.

Prednisolon ist hier das Mittel unserer Wahl aber wir wissen nicht, wie lange wir den Tumor dadurch noch ruhig stellen können. An Substanz verliert er dadurch nicht, sondern nur die Entzüdung wird eingedämmt und somit die Gesamtgröße eingeschränkt. Bei jedem Atemzug im Schlaf merkt man aber schon, wie schwer sie Luft bekommt. Trotzdem liegt sie tagsüber ganz ruhig da. Nur abends wird sie oft unruhig und sucht die Nähe. Dann schleicht sie sich auch schonmal ins Schlafzimmer um bei uns zu schlafen.

Bedenken macht mir aktuell auch ihre Verdauung. Vielleicht bekommt sie durch das Kortison Versopfung. Auf jeden Fall ist sie seit 2 Tagen ohne Stuhlgang. Ich werde das nun weiter beobachten und wenn bis morgen nichts passiert ist, dann werde ich wohl die Tierärztin anrufen. On verra!