Die Misteltherapie gehört zu den am häufigsten angewandten Verfahren in der komplementärmedizinischen Krebsbehandlung im deutschsprachigen Raum. Begründet wurde sie vom Anthroposophen Rudolf Steiner. Die Misteltherapie wird zumeist zur Zusatzbehandlung bei malignen Erkrankungen und im Rahmen der Palliativmedizin zur Verbesserung der Lebensqualität eingesetzt.
Die Wirksamkeit ist umstritten.
Anwendungsbereiche
Krebsbehandlung bedeutet heute im engeren Sinne die drei Säulen von Chirurgie, Chemotherapie und Strahlentherapie, im weiteren Sinne lindernde und unterstützende Maßnahmen – auch beim Haustier. Die Misteltherapie kann den etablierten Verfahren in allen Phasen einer Krebserkrankung hinzugefügt werden.
In der Regel wird der Extrakt der Mistel unter die Haut (subkutan) gespritzt.
Klinische Studien
Es steht nicht fest, dass die verfügbaren Präparate das Tumorwachstum stoppen oder vor Rückfällen schützen. Aber zwischenzeitlich gibt es vereinzelte Studien, die indizieren, dass Misteltherapie die Lebensqualität von Patienten signifikant verbessert – insbesondere im Rahmen einer Chemotherapie.
Aber wie überall gibt es Befürworter und Gegner.
In anderen Ländern wird die Misteltherapie deutlich seltener oder gar nicht angewendet. Ein Beispiel: In den USA sind Mistelpräparate gar nicht zugelassen, sie dürfen ausschließlich innerhalb klinischer Studien angewendet werden. Die Begründung: Bisher gibt es keinen allgemein anerkannten Beleg dafür, dass Extrakte aus der Mistelpflanze Viscum album gegen Krebs oder andere Erkrankungen helfen.
Wir machen es trotzdem!
Präparate
Mistelpräparate gegen Krebs gibt es nur zur Injektion, nicht zum Einnehmen. In der Regel werden die Lösungen in oder unter die Haut gespritzt. Dies schaffen viele Nicht-Mediziner nach Anleitung und mit einiger Übung selbst.
Fast alle Patienten vertragen die Behandlung gut: Die Misteltherapie gilt als vergleichsweise sicher. Möglich sind aber trotzdem Allergien und Entzündungsreaktionen. Bei Fieber, bei Erkrankungen des Immunsystems oder der Schilddrüse raten die meisten Hersteller von der Anwendung ihrer Mistelpräparate ab.
Die verschiedenen Arzneimittel sind rezeptfrei und müssen daher selbst bezahlt werden.
Weitere Infos finden Interessierte unter : https://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/mistel.php
