Leipzig 2.0

Am vergangenen Freitag sind wir erneut aus Leipzig zurück gekommen und hatten zum zweiten Mal einen frisch operierten Hund im Gepäck. Die Kontrolluntersuchung wurde dazu genutzt, den wieder leicht gewachsenen Tumor aufs Neue zu reduzieren und somit Jules Chance auf ein weiterhin unbeschwertes Hundeleben so lange wie möglich aufrecht zu erhalten.

Doch nun von Anfang an:

Am 1. November, dem Allerheiligen Feiertag in Rheinland-Pfalz (und einigen anderen Bundesländern) packten wir unsere Siebensachen und fuhren zum zweiten Mal nach Leipzig, da Jule am 2. November dort einen Kontrolltermin in der Tierklinik hatte. Nach 4 1/2 Stunden Fahrt kamen wir ohne größere Störungen am Ziel – dem Hotel Michaelis – an.

Dort hatten wir 2 Übernachtungen mit Hund gebucht, da nicht klar war, ob Jule nach der Kontrolle umgehend die Klinik verlassen könne.

Pünktlich um 8 Uhr am nächsten Morgen saßen wir auch im Wartezimmer der Tierklinik und wurden kurz darauf von der uns bekannten Tierärztin hereingebeten. Diese war genauso aufgeregt wie wir, denn auch sie interessierte sich brennend für den Krankheitsverlauf von Jule.

Nach Schilderung, dass keine weiteren Atemprobleme aufgetreten seien und auch das Niesen kaum noch ins Gewicht fiel, wurde Jule zum CT gebracht und wir verliessen die Klinik unter dem Hinweis, wir würden telefonisch benachrichtigt, sobald die endoskopische Untersuchung beendet sei. Gleichzeitig wurden wir darauf hingewiesen, dass bei einem neuerlichen Tumorwachstum – was wahrscheinlich war – eine erneute Entfernung des bösartigen Gewebes anstünde.

Um unsere Gedanken ein wenig abzulenken erkundeten wir daraufhin Leipzig zu Fuß und im Rahmen einer Stadtrundfahrt, immer mit dem Handy im Anschlag. Erst am Nachmittag kam dann der erlösende Anruf aus der Klinik, dass alles gut verlaufen sei und sich lediglich die Zeitschiene wegen eines Notfalls verschoben hätte. Im Rahmen der endoskopischen Untersuchung sei der Rest des Tumors so weit wie möglich entfernt worden. Jule ginge es gut und wenn wir wollten, dann könnten wir sie abholen.

Extrem erleichtert beschlossen wir aber, den Hund zu seinem Besten noch über Nacht in der Klinik zu lassen, da durchaus die Möglichkeit bestand, dass ein verletztes Gefäß erneut aufbrechen könnte.

Am nächsten Morgen holten wir Jule um 8.30 Uhr ab und hatten ein sehr informatives Abschlussgespräch mit dem Operateur Prof. Dr. Oechtering. Er hielt dabei nicht vor den Berg, dass er zu Beginn der Behandlung und der ersten Operation kaum Chancen für Jule gesehen habe. Umso mehr sei er erstaunt gewesen, dass der Tumor innerhalb von 2 Monaten nach Teilresektion nur so wenig gewachsen sei wie in diesem Fall. Er habe nun ALLES SICHTBARE bösartige Gewebe entfernen können; jedoch riet er uns an in 3 Monaten eine erneute Kontrolle durchführen zu lassen, denn es sei so gut wie sicher, dass noch nichtsichbare Tumorrückstände zurück geblieben seien.

Letztendlich sind wir aktuell superglücklich und froh, diesen Weg eingeschlagen zu haben. Eine Bestrahlung des Tumors wäre für uns nie in Betracht gekommen, da dadurch lediglich eine Verlängerung des Lebens um ca. 6 Monate erreicht werden kann und eine Bestrahlung an dieser augennahen Stelle zu 98 Prozent zur Erblindung des Hundes geführt hätte.

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